„Request for Comments“ ist gestartet

Die erste echte Folge von „Request for Comments“ ist online. Damit darf ich mich jetzt quasi als Podcasterin bezeichnen.

Wie es dazu kam und worum es eigentlich geht, könnt ihr auch ausführlich achlesen.

tl:dr: Twitter ist schuld. :)

Über die Schmerzen der technischen Einstiegshürde werde ich definitiv nochmal gesondert berichten.

WLAN sogar mit Internet – Systemarchitektur einer Internetanbindung im Hochgeschwindigkeitszug

Ich habe dieses Jahr gemeinsam mit meinem Bekannten Nils einen Vortrag zum #32c3 eingereicht, der leider abgelehnt wurde. Da ich aber einige Hürden überspringen musste, um diesen Vortrag auch halten zu dürfen, wäre er genommen worden, möchte ich wenigstens das (etwas veränderte) Abstract veröffentlichen. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr. Und vielleicht versuche ich noch, daraus einen Lightning Talk zu basteln.


Abstract:

Vor allem in Deutschland scheint es besonders schwierig zu sein, Züge mit Internet zu versorgen. In Fernbussen ist der Zugang immerhin seit 2012 inklusive und woanders funktioniert es eh immer besser. Nicht erst seitdem die Politik das Thema für sich entdeckt hat, ist die Forderung nach einer zuverlässigen Internetverbindung im Zug laut und deutlich. Mit Recht. Also was kann daran so schwierig sein? Wir möchten mit diesem Talk einen Einblick in die Technologie geben, die auf der Schiene eingesetzt wird. Der Fokus liegt dabei auf der meist verbreiteten Variante – der Anbindung via Mobilfunk und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

Hohe Geschwindigkeiten, eine Zug-Land-Kommunikation mit ständig wechselnden Durchsatzraten, Anzahl zu versorgender Geräte und die Protokolle machen es zu einer echten Herausforderung, die Internetversorgung in einem Hochgeschwindigkeitszug sicherzustellen. Zunächst stellen wir die meist eingesetzte Systemarchitektur für die Mobilfunkanbindung von Zügen vor. Dabei wird auch schon konkret sichtbar, warum es im Zug besonders schmerzhaft ist, wenn Endgeräte WLAN, aber kein Internet haben. Die Notwendigkeit von gutem Bearer Management, Kanalbündelung und weitere Ansatzpunkte einer echten Verbesserung der Anbindung, sollen mit Überlegungen zur Verschiebung von Teilen der Gesamtarchitektur aufzeigen, an welchen Stellen die echten Einflussmöglichkeiten und Hebel liegen.

Auf diesem Gebiet gibt es technisch noch sehr viel Potential und damit Luft nach oben. Ständige Anpassung an die ‘normale Internetnutzung‘ und an die Weiterentwicklung der Mobilfunktechnik sind dabei zwingend notwendig. Dem stehen lange Hardware-Lebenszyklen im Zug selbst entgegen, denen schwer auszuweichen ist. Die Architektur sollte entsprechend gut durchdacht und die Software umso flexibler sein – da ist echte Kreativität gefragt. Nur wenige Firmen haben sich in dem Bereich spezialisiert und die Einstiegshürde ist zugegebenermaßen hoch. Daran wird sich aber voraussichtlich durch die erhöhte Nachfrage nach „kostenfreiem WLAN“ im Nahverkehr zukünftig etwas ändern.

Wir werden Einflüsse, die außerhalb des OSI-Schichtenmodells liegen und nichts mit der Besonderheit von Zügen und deren Technik zu tun haben, im Talk so weit wie möglich außen vorlassen.


Ein bisschen zusätzlicher Kontext:

Ich selbst beschäftige mich bei der Deutschen Bahn mit dem Thema WLAN/Internet im ICE (Ich weiß auch, warum ich hier die Kommentare ausgeschaltet habe.. :) Nein, ich spreche nicht für die Deutsche Bahn. Und JA, ich muss das schreiben!

Nils Seifert, mit dem ich den Talk gemeinsam eingereicht habe, arbeitet schon ewig in der Branche und hat nach einem Informatikstudium über Arbeiten in der IETF und IP-Multicast, sowie mehreren Startup-Firmen zunächst in die Satellitenbranche gefunden. Darüber ist er letztendlich zur mobilen Nutzung des Internets in Fahrzeugen gekommen und seit 2007 in der Berliner Lysatiq GmbH speziell in der Forschung, Entwicklung und Projektumsetzung für Kommunikationsprojekte in der Bahnbranche aktiv.